Füße hoch! Fernseher   an,   Füße   hoch,   faulenzen.   Wo   lässt   es   sich   schöner   entspannen   als   auf   dem   Sofa?   Doch   die   gemütliche Sitzgelegenheit   ist   weitaus   mehr   als   ein   bloßer Alltagsgegenstand.   In   der   Neuinszenierung   „Füße   hoch!“   zeigte   das Junge   Ensemble   des   THEAS   Theaters   wie   das   Sofa   zur   Bühne   wird.   Der   Gegenstand   wurde   entfremdet   und   es erfolgte    ein    experimenteller    Umgang,    auf    akustischer    wie    auch    visueller    Ebene.    So    mutierte    das    Sofa beispielsweise    zu    einem    Klangkörper,    einer    Zirkuskulisse    oder    dem    Nichts.    Neben    der    Abstraktion    des Gegenstandes   erlebte   der   Zuschauer   eine   geistige   Ablösung   aus   dem   Alltag.   Auf   inhaltlicher   Ebene   rückten essentielle   Gedanken   über   den   Menschen   aus   der   Sicht   der   Jugendlichen   in   den   Vordergrund.   Fragmentarisch wurden   Ideen   zum   Sein   und   zur   Vergänglichkeit,   zu   Widersprüchlichkeiten,   die   mit   dem   Leben   einhergehen thematisiert   sowie   Fragen   aufgeworfen,   auf   die   es   keine Antworten   zu   geben   scheint.   Was   bedeutet   es   Mensch   zu sein?   Inwiefern   ist   der   Mensch   determiniert?   Was   bewirkt   der Ausfall   eines   Körperorgans?   Zu   welchen   wundervollen oder   furchtbaren   Handlungen   ist   der   Mensch   in   der   Lage?   Welche   Gefahren   birgt   das   Leben?   Wie   geht   der   Mensch mit   dem   Tod   um?   Und   zu   guter   Letzt:   Welche   Rolle   nimmt   die   Liebe   ein?   Durch Abkehr   von   der Alltagssprache   und dem Einsatz einer literarischen Sprachgestaltung erhielten die Gedanken der Jugendlichen eine besondere Note.
Das   Sofa   als   Ausgangspunkt   eines   Theaterstücks?   Das   Junge   Ensemble   des   THEAS   Theaters   stellte   sich   in   seiner dritten   Produktion   einer   neuen   Herausforderung   und   konzipierte   ausgehend   von   dem   Zweisitzer   das   neue   Stück „Füße   hoch!“.      Anders   als   bei   den   vorangegangenen   Produktionen   „Besetzt!“   und   „LEBEN   LASSEN“,   die   unter   der Vorgabe   einer   Örtlichkeit   beziehungsweise   einer   Thematik   erarbeitet   wurden,   bildete   nun   ein   Gegenstand   die Grundlage.
Bevor   sich   das   Ensemble   an   die   stoffliche   Erarbeitung   wagte,   fand   zunächst   eine   ausführliche   Auseinandersetzung mit   dem   Sofa   statt.   An   den   ersten   Probenwochenenden   wurde   mittels   Improvisationsübungen   verschiedene   Orte ausfindig    gemacht,    an    denen    sich    Sofas    befinden    und    überprüft,    welche    Rolle    die    Sitzgelgenheit    im   Alltag einnimmt. Außerdem nahmen die Jugendlichen den Zweisitzer hinsichtlich seiner Bestandteile unter die Lupe.
In einer intensiven Probenwoche lag der Schwerpunkt auf der zunehmenden Entfremdung des Sofas. Es   wurde      hinsichtlich   seiner   verschiedenen   audiovisuellen   Möglichkeiten   und   seines   experimentellen   Charakters erforscht.   Jeder   Tag   stand   unter   einem   bestimmten   Motto   und   so   wurden   zum   Beispiel   Geräusche,   Bewegung   und Sprache   auf   verschiedenste   Weise   mit   dem   Sofa   verbunden.   Das   Resultat   der   Woche   waren   erste   Szenengerüste   und Umsetzungsideen.      Um   das   Stück   inhaltlich   zu   ergänzen,   bekamen   die   Teilnehmer   die   Aufgabe,   verschiedene Tätigkeiten   mit   dem   Sofa   durchzuführen   und   dabei   einfach   zu   reden.   Dieses   „automatische   Erzählen“   lieferte   viele Gedanken    rund    um    den    Menschen    und    sein    Dasein.    In    Zusammenarbeit    mit    den    Leitern    entwickelten    die Jugendlichen   daraus   die   Texte   für   die   einzelnen   Szenen.   In   der   letzten   Probenphase   wurden   gemeinsam   mit   dem Ensemble die Kissen für das Bühnenbild gestaltet und das Stück durch Kostüme und Licht komplettiert.
Premiere: 04. Dezember 2010 Weitere Vorstellungen am 05., 10., 11., 17., 18. & 19. Dezember 2010 Schulvorstellungen am 07., 08., 13., 14. & 15. Dezember 2010 Darsteller: Alina Mörsberger Dina Mörsch Fabian Piel Greta Langenbach Ida Dengler Johannes Schmülling Josephine Burzynski Larissa Spiegel Lisa Balzer Nina Krupa Theo Simon Regie: David Heitmann & Kristin Trosits